Dorothea Gail: Charles E. Ives’ Fourth Symphony

Quellen — Analyse — Deutung

(sinefonia 12)
2 Bde. Textteil, 548 + 360 S., Pb., zahlr. Notenbeisp. u. Faksimiles
Reprint der New Music Quarterly Ausgabe der Partitur des 2. Satzes im Großformat, 96 S.

Charles E. Ives’ Fourth Symphony ist das letzte vollendete Hauptwerk seines musikalischen Schaffens. Hier wird zum ersten Mal ein umfangreiches Quellenstudium dokumentiert, das neue Einsichten in Hinblick auf Ives’ Kompositionsweise, den Notentext, die Datierungsproblematik und die Entstehungsgeschichte gewährt. So wird gezeigt, dass Ives die Symphonie ursprünglich dreisätzig bis 1916/17 ausarbeitete und den heutigen zweiten Satz erst nach 1921 hinzufügte. Die Quellen zum Schlusschoral des 4. Satzes suggerieren, dass Ives den Choral auf Text gesungen haben wollte und nicht, wie bisher praktiziert, nur auf Vokalise intoniert.

Umfangreiche Form- und Strukturstudien der Sätze weisen nicht nur alle Zitate nach, sondern gelangen zu dem Schluss, dass nichts im motivischen Material insbesondere des 2. Satzes willkürlich gesetzt ist. Alle Einzelstimmen lassen sich dort aus der Railroad-Thematik, der Human-Faith-Melody oder einem Liedzitat ableiten. Die Parameter Freiheit und Regelhaftigkeit werden von Ives individuell neu definiert.

Verschiedene Deutungsmöglichkeiten stecken das Feld multipler menschlicher Ideenwelten ab. Ausdrucks(„Hör“-)analyse und Reflexion über Ives’ individuelle Kompositionstechniken führen zu Denkwegen, die versuchen, Form-Inhalt-Dichotomien zu überwinden. Von den einzelnen multiplen Deutungsmöglichkeiten getrennt wird der Komposition mit Hilfe des Begriffs „toucher“ (Jean-Luc Nancy) ein übergeordneter „Sinn“ zugewiesen.

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