Mauro Hertig: Höranalyse

Neue Werkzeuge der musikalischen Wahrnehmung

112 S., Pb.

Die musikalische Höranalyse führt ein Nischendasein. Publikationen und aktuelle Beiträge zum Diskurs leiden noch immer unter dem übergroßen Fokus auf die Partitur und ihre Kompositionsweise, der ein Erbe von Adornos Ideal des hörenden »Mitkomponierens« ist. Bis heute wirkt auch die Vorstellung aus dem frühen Serialismus nach, dass sich ein Werk komplett aus seiner Partitur entschlüsseln lässt. Diese beiden Mythen werden hier untersucht und entzaubert. Es wird eine alternative Herangehensweise der Analyse entwickelt, welche alleine auf der Wahrnehmung von Musik aufbaut. Dabei wird geklärt, was das analysierende Subjekt ist, mitsamt seinen Möglichkeiten und Grenzen.
Außerdem wird das Verhältnis zwischen Subjekt und Stück durchleuchtet, mit einer Antwort auf die Frage, wie und wo zwischen den beiden eigentlich die Analyse stattfindet. Eine zeitgenössische Höranalyse macht zudem Gebrauch von den neu verfügbaren Techniken der Darstellung: Klangausschnitte werden im Browser in einen fließenden Text eingebettet, Videos und Illustrationen verhelfen der Sprache zu einem besserem Verständnis. Unter diesen Voraussetzungen werden neue analytische Werkzeuge erstellt und getestet. Diese beziehen die Möglichkeiten der Gruppen-Intelligenz mit ein, die zu einem festen Bestandteil des Diskurses werden kann. Der Fokus auf die Wahrnehmung hat Folgen, sowohl für das Publikum als auch für die Komponist*innen: Prägungen und Gewohnheiten des Hörens werden offenbart und werden mit einbezogen in das Erleben von Stücken und Aufnahmen. Diese Arbeit versucht, einen großen Schritt zu machen in Richtung einer Etablierung dieser so unterschätzten Tätigkeit der hörenden Wahrnehmung.

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